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Archive for September 2010

Nach der Op, vor der Zimmertür werde ich darauf hingewiesen: “ In Ihrem Zimmer liegt eine alte Dame, sie ist gaanz ruhig, das ist Ihnen doch recht, oder?!“ Ja natürlich ist es mir Recht, ich bin im Krankenhaus,…..
Am Fenster liegt Frau S. Sie ist nicht zu sehen, nur weißes Bettzeug, nur ein Gitter. Zwischen uns ist freier Platz für noch ein Bett. Ich bin tranig, müde, schmerzig,….am Abend wird mir mitgeteilt, dass die Schwestern mich leider nachts stören müssen, weil Frau S. gepampert und gelagert werden muß. Ich realisiere erst am nächsten Morgen, dass dort am Fenster, weit weg von mir ein Mensch ist. Sie ist ganz leise, ich sehe nur ein Gesicht, ganz weiß, so weiß wie die Bettdecke. Dann kommen die Schwestern zum Waschen und Betten. Der Mensch dort in seiner ganzen Gestalt ist zu sehen…..ganz klein, Haut und Knochen, ein Bein felhlt, am anderen Fuß einen Verbandpuschen. Ich realisiere, ein Pflegefall….zum „Essen anreichen“ (so heißt es heute, wir haben noch füttern gesagt!) kommt eine Schülerin, „Frau S. Ich habe hier Joghurt für Sie und ihre Tabletten!“ Stille, lobende Worte, dann Würggeräusche, die Schülerin geht raus ……dann wieder Frau S. wir müssen sie jetzt Betten…abends werde ich gefragt, ob sie mich störe, dann könne man sie rausschieben……nein sie stört mich nicht, aber ich überlege, ob es schlimm wäre, wenn sie jetzt hier in meinem Zimmer stirbt und beschließe, nein es ist ok, dann ist sie nicht allein und ich kenne es, wie es ist,wenn jemand stirbt. Am nächsten Morgen frage ich mal nach, „Gibt es keine Angehörigen, keine Kinder, keine Besucher?“Keiner weiß was, sie ist aus dem Altenheim. Ich werde gebeten, falls jemand kommt, die dreckige Wäsche mitzugeben. Ich denke zunehmend über lebenswertesLeben nach, wo ist die Lebensgeschichte von Frau S. hin, es gibt doch bestimmt eine. Hat sie denn niemanden, gibt es denn sowas? Am Abend kommt meine Evatochter, das Abendeessen auch. Sie nimmt den Schwestern Arbeit ab, macht sie gerne, war ihre Lieblingsstation in der Ausbildung! Sie macht „Hüppescher“ (kleine Weißbrotstückchen)mit Schmierkäse und gibt sie auf ein Tellerchen, redet mit Frau S. und diese antwortet! Und sie ißt, eine dreiviertel Stunde an einem kleinen Weißbrot, selber, mupfelt vor sich hin, es bleibt drin, sie spuckt nicht. Ich bin noch zu krank , um mich zu kümmern, und ich bin doch auch hier, damit ich „gekümmert werde“ wie der Engländer so schön sagt in seiner Sprache.
Am nächsten Tag kommt eine Frau zu Besuch!!!! Sie fragt „Kennen sie mich noch“ Und Frau S. antwortet und sie wird richtig wach. Ich frage nach und bekomme Antworten. Frau S. ist mit ihrem Mann von Düsseldorf aufs Land gezogen, keine Kinder. Der Mann ist vor 20 Jahren schon gestorben, danach hat sie allein gelebt in einem Häuschen, irgendwann ging es nicht mehr, sie bekam die Betreuerin, sie zog in eine Wohnung mit anderen alten Leuten, bis vor kurzem, da ging das auch nicht mehr, Beinamputation, in kurzer Zeit 40kg weniger. So die Geschichte. Frau S. ist nach dem Besuch richtig wach, sie redet mit mir, fragt mich, ob ich auch die Nacht dort bleibe, na dann bleibe sie auch. Sie fragt mich, ob wir befreundet bleiben, ich sie besuchen wolle, ich frage, ob sie keine Freunde hat, Nachbarn oder so. Nein sie war immer allein. Für mich kaum vorstellbar in meinem Leben…aber ich spüre auf einmal, dass ihr das kleine bißchen Leben, was sie hat wertvoll ist. Es sind nicht viele Sätze, die wir wechseln. Aber das Eis ist gebrochen. Ich spüre ihren Rhytmus, ich weiß, wann sie auf die Toilette müßte, wann sie essen und trinken möchte, aber das paßt nicht in den Rhytmus des stressigen Ablaufs einer chirurgischen Station, mit zu wenig Personal, mit immer anderen Schülern, die Nahrung anreichen sollen, und so spuckt sie wieder…Am vorletzten Tag bin ich wieder fit, ich teile mit, ich übernehme das Füttern, das darf ich, ich kenne die Schwestern, wir haben zusammen gearbeitet, sie nehmen dankend an, jede Stunde ein Löffelchen Joghurt, nicht mehr, es bleibt drin, Frau S. erzählt mir sie habe gerne Bier getrunken, mit ihrer Mutter, sie strahlt, es hat mich gewärmt… Aber sie weiß meinen Namen schon nicht mehr.Ich bin jetzt ganz traurig, wenn ich so über sie schreibe,ob sie weiß, wieviel Kraft sie mir gegeben hat?

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Lebenszeichen

Es ist doch echt ein Wunder, jetzt sitze ich hier im Krankenhaus und kann Euch eine Nachricht schreiben. alles kein Problem heutzutage! Kommt meine Evatochter, bringt mir ihren Freund „Leppi“, den Laptop, und schwupp bin ich drin in der großen weiten Welt! ich meine, man muß sich das mal vorstellen, vor einigen Jahren hatte man noch nicht mal einen Fernseher im krankenhaus, dass ist ja heutzutage schon ein absolutes NO GO, ich hasse diese Vereinglischungen! und mache es trotzdem! So und dann gab es kein Telefon auf den Zimmern, nein wirklich gab es nicht, ich weiß es noch! Und jetzt?!sitze ich hier wie Gräfin Rtza von Nizza und schreibe euch eine Nachricht! Ist doch irgendwie ein Wunder oder??!!
also mir gehts ganz gut, außer dass ich statt ambulant operiert zu werden nun schon seit Donnerstag hier bin. Loch in der Bauchwand war zu gro? Stellt Euch vor, 10 cm Durchmesser, in Worten ZEHN!!! Da wurde dann ein Netz reingesetzt, silberfarben und löst sich nicht auf, ich hab extra gefragt! und nun macht meine lange Zicke, ja C. ich liebe sie meine Zicke, ich soll ja keine Körperteile beschimpfen!Theater! Ich meine meinen Darm, er ist beleidigt, er will nicht,wie er soll, er ist zickig, er ist eine Zicke! Jawoll! Aber ich rede auch schön gut mit ihm, ich erspare euch, was wir hier so alles machen, nur so viel wir sind bei den alten Hausmitteln angelangt!  Aber sonst geht es mir gut, ich bin gut aufgehoben, allle sind nett, ich habe Telefon, Fernseher und Bücher und Zeitungen und Freund Leppi! Wenn meine Zicke wieder brav ist, darf ich sicher gehen, bis dahin grüß ich Euch und schmöckere noch ien bißchen!

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Fotoquelle:http://www.chir.med.tu-muenchen.de/mric/content/e88/e174/e261/e286/e305/e309/e319/index_ger.html

OP5-500
Ich wollte mir morgen mal einen Operationssaal angucken. Man muß ja immer auf dem Laufenden sein! Ich werde mir morgen den inzwischen unangenehmen Bruch operieren lassen! Der Chirurg sagt, ich kann morgen abend wieder heim, der Anästhesist sagt, ich solle mal ein paar Sachen zum Übernachten einpacken. Ich nehme es wie es kommt! Der Panikwolf ist relativ müde, er hatte wohl schon genug Arbeit mit mir in diesem JAhr, das heißt ich bin ziemlich relaxed. Ich meine, es ist ja kein Organ, was man mir nimmt, sondern eigendlich wird nur eine Tür geschlossen, die im Umbau nicht eingeplant war, und trotzdem auf einmal da war. Also ich denke ich werde es ganz gut überstehen und melde mich wieder! Soll ich vielleicht mal fragen, wegen Fettweg und Waschbrett einbauen!!!! Was meint Ihr??

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Berlin

Ich bin wieder da und Berlin war ein Erfolg! Meine Tochter hat sich total gefreut, und die Enkelkinder natürlich auch! Es war ja große Demo in Berlin, aber dazu hatte ich weder Kraft noch Lust noch sonst irgendwas. Ich mag im normalen Alltag schon keine Menschenmassen! Drum sind wir am Samstag einfach so ein bißchen durch Berlin gebummelt und haben uns treiben lassen. Es trieb uns in den Berliner dom, der sehr schön, aber irgendwie auch sehr erdrückend ist. Ich kanns gar nicht beschreiben, woran es liegt, aber ich war froh, als ich wieder an der frischen Luft waren! Alles in allem war es ein großer Erfolg! Hier 2 Eindrücke!
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Ich werde mich bemühen so viele Einträge zu lesen, wie ich es schaffe, aber komentieren spare ich mir bei den meisten auf, es ist ja soviel geschrieben worden in meiner Abwesenheit!

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nicht träumen sondern leben

Ganz nach meinem Wahlspruch mach ich micht dann morgen mal auf den Weg in die große Stadt! Ich habe den Schlafsack eingepackt und bin so für die Notfälle des Lebens gewappnet. Oder soll ich ihn doch hier lassen und ein Hotelverzeichnis mitnehmen? Ich fahre ja als Überraschung! Mein Bennisohn holt mich ab, für ihn ist es keine Überraschung, aber für den Rest. Mal sehen wie das wird….Ich werde in Wort und Bild berichten. Euch allen ein schönes Wochenende!

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Pläne fürs Wochenende

Also heute morgen habe ich mal als erstes für Enkelsohn Nr 2 ein Buch gekauft, Gregs Tagebuch nr. 2, Nr.1 war ausverkauft,das gibt es ja jetzt als Film! und dann habe ich ein bißchen im www geschnüffelt, und hier ist er,der Film ist ja wohl der Hit fürs Kid! Enkelsohn Nr 2 ist 11 JAhre!




Wird ja wohl ein Kino in Berlin geben, wo dieser Film läuft, vielleicht auch 2? 😉

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Besuch auf dem Hoffest

Ihr wißt ja sicher schon, dass einer meiner Söhne auf einem Biobauernhof arbeitet?! Nein?! So wißt ihr es jetzt gleich! Er fährt mehrmals die Woche mit einem LKW voller Gemüse, Demeterqualität! auf verschiedene Kölner und Vorkölner und Bonner Märkte. Er ist mit Leib und Seele dabei. Heute nun war Hoffest und ich war mit Enkel Nr 5 und 6 samt Enkelmutter S.besuchen auf dem Hof. Here he is!:

CIMG8105 - KopieHat ein bißchen was von Hähnchen, hihi!
Er hatte einen wirklich netten Stand, die Kinder durften sich einen Topf nehmen mit Erde füllen und eine Gartenpflanze aussuchen, einsetzen und mit heimnehmen. Begleitet von seinem Gitarrensound und netten, kindgerechten Erklärungen.
Wißt ihr, wie Auberginen wachsen? Ich muß gestehen, ich wußte es nicht, hab aber auch noch nie drüber nachgedacht! Jetzt weiß ich es!
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Wie das mit den Tomaten geht, wußte ich schon, aber ich finde, das sieht doch irgendwie doll aus!
Ich hab noch ein bißchen eingekauft und dann sind wir wieder heim. War ein netter Ausflug!

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